Qualitätssiegel

UNIcert® bietet unabhängige und systematische Beratung, die passgenau auf das Profil der jeweiligen Sprachlehreinrichtung abgestimmt ist.  Mit der Mitgliedschaft im UNIcert®-Verbund verfügen Einrichtungen über ein wissenschaftlich reflektiertes, kohärentes Qualitätssicherungssystem.

Die Aktivitäten und Maßnahmen sind in der Rahmenordnung beschrieben. Sie soll Einrichtungen Orientierung geben und eine einheitliches Verständnis im Verbund ermöglichen.  Die  Rahmenordnung ist als „dynamisches Nachschlagewerk“ zu verstehen.

Zur Philosophie des UNIcert®-Systems gehört, dass die Einrichtungen über eine möglichst weitgehende Autonomie bei der Entwicklung und Umsetzung des UNIcert®-Konzepts  verfügen. Bei der Konzeption und Durchführung von Qualitätsmaßnahmen werden sie von der Wissenschaftlichen Kommission und dem gesamten Verbund unterstützt.

Die Qualitätsstrategie umfasst folgende Handlungsfelder

  • Forschungsbasierung und Lehrprofessionalisierung
  • Kompetenz- und Handlungsorientierung in Ausbildung und Prüfung
  • Strukturiertes Ausbildungsprogramm
  • Qualitätssicherung und Verankerung einer dialogorientierten Qualitätskultur

Die Qualitätssicherung in dem dezentralen System erfolgt im Wesentlichen durch

    • regelmäßige Akkreditierung der Einrichtung durch Mitglieder der UNIcert®-Kommission, in der externe Begutachtung und interne Reflexion miteinander verbunden werden,
    • zielgruppenorientierte Veranstaltungen zu Fragen des Lehrens, Lernens und Prüfens von Fremdsprachenkenntnissen,
    • gemeinsame Projekte (z.B. zur Vergleichbarkeit von Prüfungen, Bewertungsmaßstäben),
    • Vernetzung im internationalen Maßstab,
    • gemeinsames Verständnis von professionellem Handeln in der hochschulbezogenen Fremdsprachenausbildung, Überprüfung und Zertifizierung von Fremdsprachenkompetenzen,
    • Selbstverpflichtung, Mindeststandards, die Rahmenordnung und den Code of Practice. Das bedeutet, sich hochschulrelevanten und berufsbezogenen Kontexten, der Niveaustufenadäquatheit und Vergleichbarkeit in der Ausbildung und beim Prüfen verpflichtet zu fühlen.

Die Qualität von Ausbildung und Prüfungen im Sinne des UNIcert®-Konzepts ist miteinander verzahnt und spiegelt sich im professionellen Handeln der Mitarbeitenden der Einrichtungen sowie in der Prüfungspraxis wider. Sie wird in den Einrichtungen sichergestellt durch:

    • Kompetenzen und Zeit für Lehre und Prüfen
    • Fort- und Weiterbildung von Lehrenden
    • Rezeption aktueller Forschung
    • Wissensmanagement bzgl. der Vergleichbarkeit der Sprachen, Kursstufen, Prüfungsinhalte
    • Reflexion der eigenen Praxis
    • Validierung von Lehr- und Lernzielen, Curriculum und Aufgabenformaten
    • Verknüpfung von Lehre und Prüfen
    • Kommunikation von Lehr- und Lernzielen und von Prüfungskriterien
    • Analyse von Bedarfen
    • Förderung der Lernendenautonomie
    • Betreuung von Lernenden
    • Einhaltung der Durchführungsbestimmungen, Verfahren und Richtlinien

Zusammengefasst besteht das Qualitätsverständnis des UNIcert®-Verbunds aus:

1) Der freiwilligen Selbstverpflichtung zur Einhaltung der Rahmenordnung, der Mindeststandards und des professionellen Handelns und an den Willen zu aktivem Austausch, Weiterentwicklung und guter Prüfungspraxis als Mittel zur Qualitätssicherung.

2) Der Verantwortung des Verbundes und der einzelnen Einrichtung, durch den (Re-)Akkreditierungsprozess die organisatorischen und inhaltlichen Bedingungen für die Realisierung von ‚Good Practice‘-Handlungen an den Einrichtungen zu schaffen.

Der UNIcert®-Verbund verfolgt das Ziel,  Studierenden einen Fremdsprachenunterricht anzubieten, der international anerkannten Qualitätskriterien entspricht und einen Beitrag zur Umsetzung der Ziele des Bologna-Prozesses leistet. Im Rahmen der Qualitätsentwicklung nimmt die Planung und Konzeption von Ausbildungsprogrammen einen hohen Stellenwert ein. Demgegenüber steht gleichwertig die Konzeption und Durchführung von UNIcert®-Prüfungen.

Bei der Entwicklung neuer und Überarbeitung bestehender Ausbildungskonzepte im UNIcert®-Kontext werden u.a. die folgenden Standards berücksichtigt:

  • Ausrichtung auf den Erwerb von fachlichen und überfachlichen Kompetenzen
  • Stärkung der Berufsbefähigung durch eine fundierte, anwendungsorientierte Methodenausbildung und eine curriculare Verankerung berufsfeldbezogener Praktika
  • Durchdachte Modularisierungskonzepte und Ausbau von begleitetem autonomen Lernen, um individuelle Profile/Lernwege zu ermöglichen
  • Integration von Schlüsselkompetenzen und Verankerung fachsprachlicher Kompetenzen
  • Ausbau des „forschenden Lernens“ durch die Integration von forschungsorientierten Elementen und konsequenter Umsetzung eines handlungsorientierten Ansatzes
  • Anschlussfähigkeit an nationale und internationale hochschulspezifische Zertifikate

Die regelmäßige Akkreditierung und die damit verbundene interne Refelexion sind Grundlage des Qualitätsmanagements.  Die Mitglieder der Wissenschaftlichen Kommission  betrachten die Einrichtungen aus ihrer Expertise  heraus, initiieren Evaluationsprozesse und unterstützen die Weiterentwicklung. Sie arbeiten eng zusammen mit den Einrichtungen und verschiedenen Anbietenden von hochschulspezifischen Sprachtests. Gemeinsam mit Expert*innen werden Maßnahmen im Bereich der Qualitätsentwicklung konzipiert, Evaluationen durchgeführt und Qualitätsverbesserungen in die Wege geleitet. Bei der Erarbeitung von qualitätssichernden und -erweiternden Maßnahmen ist selbstverständlich auch die Perspektive der Studierenden von zentraler Bedeutung.

Was wollen wir in den kommenden Jahren erreichen?

Seit Gründung des Verbundes im Jahr 1992 findet ein regemäßiger Austausch mit allen Stakeholdern statt. Aus den Ergebnissen der Fortbildungsworkshops, der Regionaltreffen, der jährlichen Telefonate und der November-Workshops sowie den Treffen der Wissenschaftlichen Kommission werden von den Mitgliedern des Verbundes unter Berücksichtigung der hochschulspezifischen Ansprüche an die Qualitätsentwicklung konkrete Zielstellungen und Maßnahmen formuliert. Diese werden bei der Reakkreditierung regelmäßig überprüft.

Seit Beginn der Arbeit der Arbeitsstelle Göttingen wurde vor allem die dialogorientierte Qualitätskultur und Verstetigung des dezentralen Qualitätsmanagementsystems, die Verstärkung der Kompetenz- und Handlungsorientierung in Ausbildung und Prüfung sowie und der Einsatz innovativer Lehr- und Lernformate sowie die Internationalisierung vorangetrieben.

2018 hat der Verbund den Code of Practice entwickelt.

Weitere geplante Maßnahmen sind ein verstärktes Angebot hochschuldidaktischer Weiterbildungen und der verstärkten Einsatz von digitalen Medien zur Beratung der Einrichtungen, beispielsweise als Prüfungsprechstunde.